Was ist Bewusstsein und Unterbewusstsein?

Was ist eigentlich gemeint, wenn wir von Bewusstsein sprechen? Sich über etwas bewusst zu sein bedeutet, sich selbst, andere und die Welt wahrzunehmen, zu erkennen, zu erleben usw. Da jeder Mensch auf seine ganz eigene Weise wahrnimmt und wir darum nicht von einer einzigen absoluten Wahrheit ausgehen können, umfasst Bewusstsein alles, was ein Mensch sein kann, was er jemals denken, wissen, fühlen und erfahren kann. Es ist sein vollständiges Wissen über sich selbst und die Welt, auch wenn ihm ein großer Teil dieses Wissens aufgrund des Zustandes seines Bewusstseins, nicht präsent zur Verfügung steht. Der Zustand, der den Menschen davon trennt, sein gesamtes Wissen zur Verfügung zu haben wird daher als unterbewusst bezeichnet. Das Unterbewusste bzw. das Unterbewusstsein enthält somit Wissen, das all die Dinge regelt, initiiert bzw. steuert, welche automatisiert, ohne bewusste Aufmerksamkeit ablaufen. Erinnern Sie sich noch an Ihre ersten Schreibversuche? Wie oft sie die einzelnen Buchstaben in Schönschrift üben mussten, bis Sie ganz automatisch ihre Schreibweise kannten und sie zu Wörtern zusammen setzen konnten? Als des Lesens und Schreibens mächtiger Mensch müssen Sie nicht mehr darüber nachdenken, sondern benutzen die Schrift als Symbole der Kommunikation, die in Ihrem Unterbewusstsein eingespeichert und jeder Zeit verfügbar sind. Nicht nur die Schrift, die Sprache sowie viele Bewegungsabläufe im Alltag sind dort gespeichert, sondern auch all die Regeln, Meinungen, Überzeugungen und Werte, nach denen jeder Mensch sein Leben ausrichtet. Dies ist also gelerntes Wissen, welches nicht mehr über unser bewusstes Denken, sondern automatisch wie aus der Hinterhand zur Verfügung steht. Das erleichtert uns den Alltag enorm. Stellen Sie sich vor, Sie müssten jeden Morgen wieder neu lernen, wie Sie Ihre Kleidung anzuziehen haben, wie Sie Ihr Müsli essen und wie Sie mit dem Auto zur Arbeit fahren. All das übernimmt das Unterbewusstsein, es ermöglicht uns, den Kopf frei zu haben für andere Dinge. Das Unterbewusstsein gleicht einem Gedächtnis, das alles, was wir jemals gelernt haben aufbewahrt, wie die Festplatte des Computers, und bei Bedarf wieder zur Verfügung stellt. Dort sind auch alle Erinnerungen gespeichert, alle Ereignisse, die Sie erlebt haben, selbst wenn sich ein großer Teil dessen der willkürlichen Erinnerung entzieht, wie z.B. sehr frühe Kindheitserlebnisse. Auch das Selbstbild, also die Meinung über mich selbst, meine Position gegenüber den anderen und alle sozialen Verhaltensweisen sind dort abgespeichert. Diese werden zu einem sehr großen Teil automatisch, d.h. unbewusst genutzt. Sie laufen in dem Modus ab, den wir im weitesten Sinne als Persönlichkeitseigenschaften bezeichnen. Man könnte diese Programme mit der Software eines Computers vergleichen. Sie bestehen aus vielen unterschiedlichen Denk- und Glaubensmustern. Nun kommen wir zu den Problemen, die sich hieraus ergeben können: Vielleicht haben Sie in der Kindheit oft Sätze gehört, die Ihr Selbst eher negativ beschreiben, wie:

  • Das wirst du nie lernen!
  • Sei gehorsam!
  • Aus dir wird nie was.
  • Dafür bist du zu klein.
  • Du hast keine Widerworte zu geben.
  • Geld macht nicht glücklich

Und so weiter. All diese destruktiven Überzeugungen summieren sich zu einem negativen Betriebssystem auf der unbewussten Festplatte. Negative Gedanken werden von negativen Gefühlen begleitet, die wir verdrängen, wenn sie zu unangenehm erscheinen. Die vermeintliche Unzulänglichkeit zieht unvermeidbar verschiedene Kompensationen nach sich, also Verhalten, das die defizitären Einstellungen ausgleichen soll. Wie sich kompensatorisches Verhalten auswirken kann, lesen Sie unter "Stress". Verschiedene Bewusstseinszustände. Offensichtlich kann Bewusstsein verschiedene Zustände einnehmen, die sich deutlich wahrnehmen lassen. Ein höheres, klareres gar erleuchtetes Bewusstsein erscheint uns erstrebenswert. Viele Menschen versuchen, diesen Zustand zu erreichen. Obwohl Bewusstsein kein irgendwie erreichbares Objekt ist, nehmen wir in der Welt verschiedene Bewusstseinszustände wahr, die wir unterschiedlich bewerten. Zu den als negativ bewerteten Bewusstseinszuständen zählen wir unerwünschte Veränderungen oder das, was wir dafür halten, wie depressive Zustände, Angstzustände, Minderwertigkeitskomplexe, Unruhezustände usw. Auf der als positiv bewerteten Seite befinden sich die Selbstbewussten, von innen Strahlenden, die spirituellen erleuchteten Meister, oder wie auch immer wir sie nennen mögen. Bisher gibt es auf der Persönlichkeitsebene kaum wissenschaftliche Studien darüber, wann wir in welchem Bewusstseinszustand sind.

Mit einem EEG können verschiedene Bewusstseinszustände erfasst werden.

Mit einem EEG werden Bewusstseinszustände erfasst!

Ein EEG (Elektroenzephalograph) ist ein hochempfindliches Messgerät, mit dem die Aktivität des Gehirns in Form von elektromagnetischen Wellen aufgezeichnet wird. Mit Hilfe von Elektroden werden die an der Kopfhaut auftretenden schwachen elektrischen Spannungen aufgenommen, verstärkt und dann über einen Computer aufgezeichnet. Moderne EEG Geräte können auf eine Computersteuerung nicht mehr verzichten. Daher erlauben sie Messdaten auf einem Bildschirm graphisch darzustellen, gleichzeitig zu speichern und zu einem belieben anderen Zeitpunkt erneut zu analysieren oder weiter zu verarbeiten. Die mit dem EEG gemessenen Gehirnwellen werden über ihre Frequenz unterschieden. Frequenz ist der Begriff für die Anzahl von Schwingungen pro Sekunde(gemessen in Hertz Abk. Hz).
Bestimmte Gehirnwellen-Muster werden in der Hirnforschung mit bestimmten Bewusstseinszuständen in Verbindung gebracht. Menschliche Gehirnwellen werden derzeit in ein Spektrum aus mindestens 7 Frequenzbereichen aufgeteilt. 4 Hauptgruppen davon haben für die I-AM-Neuro-Trancen eine besondere Bedeutung.

 

Bild Gehirnwellen

Gamma  Rhythmen  38Hz - 42Hz und darüber

Wellen entstehen in inneren Erkenntnisprozessen und beim Abschluss von Lernerfahrungen

High-Beta Rhythmen  20Hz - 38Hz 

High_Beta Frequenzen werden besonders bei innerer Unruhe, Angst, Stress oder selbstanklagendem Denken beobachtet, aber auch bei intensivem Lernen und mentaler Hochleistung

Beta Hirnwellen 15Hz - 20Hz

stehen für das normale Wachbewusstsein, der normalen Aufmerksamkeit und dem bewussten Denken.

SMR Hirnwellen 12Hz - 15Hz

treten in einem wachen, entspannten Geisteszustand mit wenig Angstgefühlen auf.

Alphawellen 8Hz - 12Hz

entstehen bei Entspannung, beim Tagträumen, Relaxen, vor dem Einschlafen und im Traumzustand.

Theta Hirnwellen 4Hz - 8Hz

sind die Wellen des Unterbewussten. Sie treten im traumlosen Zustand ohne Erinnerung und ohne Denken auf.

Deltawellen 0,1Hz - 4Hz

sind die Hirnwellen mit der niedrigsten Frequenz und stellen den unbewussten Bereich dar. Hier sind auch die Signale angesiedelt, die der motorischen Muskelsteuerung des Körpers dienen.

Gamma Hirnwellen entstehen in allen Bewusstseinszuständen fast im gleichen Maße. Sie gelten als Zeichen für die Kontinuität des Bewusstseins. Sie treten verstärkt bei Erkenntnisprozessen auf und werden im Hochleistungsbereich trainiert. Zur Zeit werden Frequenzen oberhalb von 42Hz noch kontrovers diskutiert. Menschen mit langjähriger Meditationserfahrung zeigen hier oft höhere Werte als der Durchschnitt. Sie sind ein Zeichen für integratives Denken und hochgradige Informationsverarbeitung. Gammawellen sind ein Zeichen für extrem klares Denken mit wenig Gefühlsanteil.

High-Beta Hirnwellen stehen für intensive emotionale Zustände, einschließlich Angst, Phobien, Nervosität, Hyperaktivität, sowie zwanghaftem Denken oder Grübeln, Hyperwachsamkeit, allgemeiner Unruhe und anderem Zwangsverhalten. Menschen mit einem gewohnt hohen geistigen Arbeitspensum zeigen hier höhere Werte als der Durchschnitt. Oft hängen Stresszustände mit High-Beta zusammen. Diese Frequenzen treten auf wenn der Betroffene bewusst oder unbewusst Wut, Zorn, Angst oder Ohnmacht erlebt. Beim Auftreten von High-Beta schüttet der Körper Stresshormone aus, die zu körperlichem Abwehrverhalten, Flucht- oder Kampfreflexen führen. High-Beta kann zum Lernen von sehr schwierigem Material sinnvoll sein, ist aber für die normale alltägliche Aktivität nicht angebracht, weil der Zustand einem inneren Alarmzustand entspricht und Entspannung kaum oder nicht möglich ist.>

Beta Hirnwellen stehen für das Wachbewusstsein und der normalen, alltäglichen Aufmerksamkeit. Hier beginnt das bewusste Denken. Beta tritt auf beim Nachdenken über emotional unbelastete Probleme und normalem Lernen. Beta tritt stärker auf, wenn neuer Stoff gelernt wird. Auch hier gilt, dass die Frequenzen immer höher werden und schließlich in High-Beta münden, wenn innere Unruhe, Angst, Stress oder selbstanklagendes Denken auftritt. Das Denken der niederfrequenten Betawellen ist hingegen aufmerksam und kreativ.

SMR Hirnwellen stehen für einen aufmerksamen, entspannten aber fokussierten Geisteszustand. Es handelt sich ume eine wache Aufmerksamkeit, mit großem Sicherheitsgefühl, wenig Befürchtungen und geringer Impulsivität. Im SMR Bereich nimmt auch die unwillkürliche motorische Aktivität des Körpers ab. Es herrscht eine gute Körper/Geist Koordination und eine große mentale Integrationsbereitsschaft. SMR wird durch Körperbwegungen verhindert, eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit, kann SMR Frequenzen verstärkt hervorrufen, sofern keine Angst oder Ohnmachtsgefühle auftreten. Der SMR Bereich ist das "Tor" zwischen dem Beta-Wachbewusstsein und dem Alpha-Traumbewusstsein.

Alphawellen entstehen bei Entspannung, beim Tagträumen und relaxen, kurz vorm Einschlafen und im Traumzustand. Alphawellen erlauben den Zugang zu tiefer liegenden unter- oder überbewussten Inhalten, tieferen Einsichten und kreativen Ideen. Ein gut funktionierender Alpha-Bereich ist für dei Fähigkeit, Erfahrungen zu integrieren und Erinnerungen abrufen zu können, sehr wichtig. Alphawellen treten normalerweise nach dem Schließen der Augen auf und sind für einen untrainierten Erwachsenen die dominante Aktivität. Der Alpha-Bereich entspricht einem sehr weiten Bewusstseinszustand in dem klare, konkrete Visionsbilder auftreten. Es ist ein Bereitsschaftszustand, aus dem heraus in einen höheren Leistungszustand gewechselt werden kann. Dies kann nach "innen", also in den Theta-Bereich erfolgen oder nach "außen" in den Beta-Bereich. Bei Leistungssportlern werden hohe Alpha-Werte beobachtet, wenn sie sich für einen Wettbewerb bereit halten. Auch bei Menschen mit hoher Intelligenz und Menschen in Meditation weisen die Alpha-Frequenzen oft Spitzenwerte auf. Die Alphawellen sind als Brücke notwendig, damit Informationen aus dem Theta-Bewusstsein in unser Beta-Wachbewusstsein gelangen können. Wer so tief meditiert, dass er nur noch Theta- und Deltawellen, aber keine Alphawellen oder Beta-Wellen mehr produziert, wird sich an die Inhalte der Meditation nicht erinnern können. Alpha ist deshalb ganz besonders in Kombination mit den anderen Hirnwellen bedeutsam.

Theta Rhythmen sind die Wellen des Unterbewussten. Sie haben einen nach "innen" gerichteten Fokus und sind für die Gedächtnisfunktionen enorm wichtig. Im Theta-Bereich werden quasi die Erfahrungen verankert, damit sie als Erinnerungen wieder abrufbar sind. Dies ist ein sehr kreativer Zustand, der aber aus sehr flüchtigen Informationen besteht. Es ist die dominante Gehirnaktivität bei kleinen Kindern. Der Theta-Zustand tritt auf wenn wir träumen oder in tiefen Phantasiewelten versunken sind, jedoch nicht beim aktiven Lesen oder Hören von Sprache. Der Bewusstseinszustand in Theta ist nicht auf externe Reize ausgerichtet, sondern eher auf das Wechseln zwischen traumähnlichem kreativem Denken, Schlafen, bildlichen Vorstellungen und intuitivem Vermischen von Informationen. Theta-Wellen treten auch im traumlosen Zustand, ohne Erinnerung und ohne bewusstes Denken auf. Hier ist das "Eins-mit-Allem" Gefühl beheimatet und das Gefühl "Wissen zu besitzen". Im Theta-Bereich befinden sich unsere unbewussten oder unterdrückten seelischen Anteile, aber auch unsere Kreativität und Spiritualität. Theta vermittelt ein Gefühl von tieferer persönlicher Bedeutung und innerer Regeneration. Thetawellen allein sind und bleiben unbewusst. Erst wenn zu den Informationen der Theta-Ebene, die Alphawellen kommen, können wir diese Inhalte meist bildlich bewusst wahrnehmen und uns daran erinnern, wenn auch noch die Beta-Wellen dazu kommen. (Die ist ein Grund dafür, warum wir Träume so schnell vergessen bzw. uns nicht daran erinnern, wenn wir morgens zu abrupt geweckt werden, bzw. zu schnell aufwachen und ins Tagesgeschehen übergehen.)

Delta Rhythmen sind die Gehirnwellen mit der niedrigsten Frequenz und stellen einen weitgehend unerforschten und unbewussten Bereich dar. Diese Frequenzen dominieren bei Säuglingen. Es ist die Frequenz des erholsamen, traumlosen Tiefschlafes. Hier sind die motorischen Körperbewegungen fast vollkommen ausgeschaltet. Der Geist ist in einem komaähnlichen Zustand. Es herrscht Reaktionsstarre und eine hohe Unempfindlichkeit gegen externe Reize. Im traumlosen Tiefschlaf produzieren wir fast ausschließlich Deltawellen. Sie kommen aber auch in Kombination mit anderen Gehirnaktivitäten vor. Dann entsprechen sie einer intuitiven Aufmerksamkeit, einer Einfühlung in Situationen oder andere Menschen. Oft verfügen Menschen aus helfenden Berufen über hohe Ausprägungen von Delta-Frequenzen, ebenso Menschen mit traumatischen Erfahrungen, die in einem Zustand ständiger Wachsamkeit leben. Oft halten sich bei diesen hyperwachsamen Menschen der High-Beta Bereich und der Delta-Bereich spiegelsymmetrisch die Waage.