Burnout

Es ist in aller Munde: das Burnout-Syndrom. Damit bezeichnet man einen Zustand starker Erschöpfung mit psychischen und körperlichen Symptomen, welche den Betroffenen Schach matt setzen. Dauert dieser Zustand über längere Zeit an, kann er zu schweren physischen Schäden führen, bis hinzur Berufsunfähigkeit und Frührente. Doch warum verausgabt sich ein Mensch dermaßen ohne sich selbst zu schützen?

Nichts, was ein Mensch tut, ist ohne Absicht

Der Individualpsychologe Alfred Adler hat es bereits erkannt:„Alles Denken und Handeln ist zielgerichtet." Nichts, was ein Mensch tut, ist ohne Absicht, ob es ihm nun bewusst ist oder nicht. Damit hat auch selbstschädigendes Verhalten ein bestimmtes Ziel. Zwei Richtungen kann ein Zielhaben, entweder wir wollen etwas erreichen oder wir wollen etwas vermeiden.
Das vordergründige Ziel eines Burnout-gefährdeten Menschen kann durchaus sehr unterschiedlich sein:

  • Karriere machen
  • eine Firma aufbauen
  • die Kunden zufriedenstellen
  • den Kollegen nicht im Stich lassen.

Diese Ziele werden oft genannt,wenn man Betroffene fragt, warum sie so lange wissentlich unter Volldampf gearbeitet haben. Das allein lässt aber niemanden vor Erschöpfung zusammenbrechen, erst wenn es zu einer permanenten selbstvergessenen Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse kommt, gepaart mit fehlenden Ruhe- und Erholungsphasen klappen wir Menschen zusammen. Es muss also noch ein anderes Ziel dahinter versteckt sein, welches so gravierend wichtiger ist, als das eigene Wohlbefinden.

Die Suche nach Anerkennung

Ein sich selbst verausgabender Mensch wirkt bei genauerer Betrachtung meist gehetzt, gereizt und nervös, man könnte meinen, er läuft vor etwas weg, ist ständig auf der Flucht. Wer flüchtet, vermeidet etwas, was ihm gefährlich werden könnte und handelt aus Angst vor dieser vermeintlichen Gefahr. Um es gleich vorweg zu nehmen: Diese Angst ist den meisten Burnout-gefährdeten Menschen nicht bewusst oder wird zumindest unter der sozial verträglicheren Bezeichnung „Stress" benannt.

Da unser Alltag in der Regel nicht so gefährlich ist, als das Leib und Leben bedroht wäre, müssen wir dieser Art von Angst anders auf die Schliche kommen. Handeln setzt in jedem Falle bestimmte Denkprozesse voraus. Die meisten davon sind im Gedächtnis als Routine abgespeichert und müssen daher nicht unbedingt bewusst durchdacht werden. Sie werden einfach wirksam, weil wir sie schon zig Tausendfach ausgeführt haben. Beispielsweise können wir uns beim Schreiben eines Briefes auf den Inhalt konzentrieren während die Schreibweise der Buchstaben und Wörter automatisch aus unseren Händen fließt. Wir müssen nicht darauf achten, geschweige denn, die Art der Buchstabenschreibweise zu hinterfragen.

Genauso selbstverständlich benutzen wir einmal gelernte Regeln und Überzeugungen, ohne diese je wieder anzuzweifeln oder sie uns erneut bewusst zu machen. Hier eine kleine Auswahl dieser Regeln:

  • Ich muss alle an mich herangetragenen Aufgaben erfüllen
  • Ich darf nicht „nein" sagen
  • Ich muss alles muss perfekt und ohne Fehler ausführen
  • Ich muss mich mit jedem Kollegen verstehen
  • Ich muss immer hilfsbereit sein
  • Ich darf diesen Job nicht riskieren

Stellt man nun die Frage „wozu?"wird die Angst erkennbar, die dazu führte die Regel aufzustellen. Meistens haben wir es dabei mit folgenden Ängsten zu tun:

  • Wenn ich „nein" sage, werde ich nicht mehr gut angesehen
  • Wenn ich mich weigere, sind andere verärgert
  • über michWenn ich klar sage was ich denke, werde ich abgewiesen
  • Wenn ich mal was von den anderen will, wird mir nicht geholfen

Es sind Ängste vor Ablehnung, vor Ausgrenzung, davor, dass die anderen sich zurückziehen und Angst vor Fehlern und Versagen. Hinter all diesen Ängsten steckt der Wunsch nach Anerkennung und Bestätigung. Wir wollen, dass andere gut über uns denken, wir wollen gemocht werden. Dieses Ziel verfolgen wir alle mehr oder weniger intensiv von Geburt an. Wir haben gelernt: Bekommen wir nicht genug Aufmerksamkeit und Anerkennung von außen, entsteht ein innerer gefühlter Mangel, die Wurzel der Angst. Je nachdem, wie tief diese Ängste in uns verborgen sind und wie sie entstanden sind, tun wir alles, um bloß nicht mehr damit konfrontiert zu werden. Ein solches verborgenes Vermeidungsverhalten kann tatsächlich selbstschädigende Ausmaße annehmen, wie beim Burnout-Syndrom.

Eine alte Geschichte

Den Wunsch nach Anerkennung und die damit verbundene Angst vor Ablehnung haben wir als kleine Kinder entwickelt. Ein Kind, das sich beispielsweise von der Mutter abgelehnt fühlt, weil sie schimpft und genervt reagiert, entwickelt sehr viel schneller als ein Erwachsener solche existenziell bedrohliche Ängste. Ein Kind nimmt sein Leben aus seiner Perspektive wahr und entwickelt damit sein Bewusstsein! Es bewertet seine Erfahrungen aus seiner Sicht – auch wenn diese aus der Sicht der Erwachsenen noch recht begrenzt ist.

Viele dieser Bewertungen werden mit fortschreitendem Alter verändert, gelöscht, modifiziert oder neu bewertet. Doch mit dem Erwachsenwerden verschwinden nicht alle Ängste. Viele Ängste werden nur vordergründig mit den Regeln überdeckt. Die inneren Überzeugungen bleiben jedoch im Erfahrungsspeicher, dem Unterbewusstsein, bestehen. Dort sind sie weiter wirksam, bis wir das daraus entstandene leiderschaffende Verhalten mit dem Ziel einer Verhaltensänderung erkennen und hinterfragen.

Selbsterkenntnis

Allerdings fällt es meist schwer, ohne Umprogrammierung der inneren Glaubensmuster das eigene Verhalten dauerhaft zu verändern, da die Angst weiterhin bestehen bleibt. Burnout-Patienten zu vermitteln, dass sie sich selbst ihre Leistungen anerkennen können, bedeutet ein Ankämpfen gegen deren innere Überzeugung. Sie sind so von den von ihnen wahrgenommenen Mängeln überzeugt, so sehr an ihre Regeln gebunden, dass es ihnen nicht möglich ist von außen zur tiefen Ruhe im Inneren zu kommen. Das wird erst möglich, wenn die Wurzeln der sie bestimmenden Ängste ausgegraben werden. Doch wie kann das erreicht werden, wenn die damit verbundenen angsterzeugenden Glaubens- und Denkstrukturen dem Betroffenen gar nicht bewusst sind?

Dazu benötigen wir einen Zugang zu unbewussten Inhalten, die möglicherweise Jahrzehnte lang unwissentlich benutzt wurden. Hier können Glaubenssysteme aufgedeckt und in einem Erkenntnisprozess aufgelöst werden. In Psychotherapie und Coaching finden wir inzwischen sehr viele wirksame Methoden dazu. Jedoch sind diese Wege meist langwierig und scheiter noft an der extrem geübten Intelligenz des Betroffenen, der mit aller Macht versuchen wird seine Ansichten und Einstellungen zu verteidigen und aufrecht zuerhalten. Mit Gesprächen und einer intellektuellen Auseinandersetzung allein ist daher nicht viel gewonnen.

Die I-AM Neuro-Trancen ermöglichen das Eintauchen in die verborgene Gefühls- und Erlebniswelt des Betroffenen und weichen das starre Regelwerk seiner Vermeidungsstrategien allmählich auf. Sie erlauben es ihm in seine eigene Wissenswelt einzutauchen und seine Erkenntnisprozesse zu beschleunigen, ja teilweise sogar erst zu ermöglichen. Diese sanfte Veränderung in den Grundstrukturen des Erfahrungsspeichers erlauben es z. B. durch eine begleitenden Therapie, die Veränderungsimpulse und Hinweise aufzunehmen und so auch tief liegende Glaubenssysteme bewusst aufzudecken und schließlich loszulassen.

Gegen die Wand

Das Burnout-Syndrom entsteht durch ein System leistungsbezogener Denkstrukturen,die wie ein innerer Motor wirken und den Betroffenen mit Vollgas gegen die Wand fahren lassen. Der Betroffene hat zunächst keine Möglichkeit mehr die Steuerung zu übernehmen, denn er glaubt auf dem richtigen Weg nach Anerkennung und Wertschätzung zu sein. Erst wenn er mit der vollen Wucht seines Leben gegen die Wand aus Mangel an Selbstwertschätzung und Minderwertigkeitsgedanken kracht, kann er dem Kreislauf der Angst, nicht gut genug zu sein, entkommen.

Doch es gibt Hilfe, die das Verhindern kann. Nehmen Sie sich ernst, denn Sie sind für Ihr Leben verantwortlich.

Sind Sie Burnout gefährdet?

Entscheiden Sie selbst wie Sie diefolgenden Fragen bewerten, doch bei mehr als 4 „JA" Antworten, sollten Sie in Erwägung ziehen, dass Sie Burnout gefährdet sind und etwas für sich tun! (Denken Sie nicht lange nach, antworten Sie so spontan wie möglich!)

1. Haben Sie in letzter Zeit das Gefühl, dass Ihnen alles zu viel wird?

2. Sind Sie gereizter als früher?

3. Wird die Freude an Ihrer Arbeit immer geringer?

4. Sind Sie öfter als früher niedergeschlagen

5. Wachen Sie morgens oft müde und erschöpft auf?

6. Fühlen Sie sich abends zu erschöpft für Freizeitaktivitäten?

7. Häufen sich in der letzten Zeit körperliche Symptome?

8. Ziehen Sie sich zunehmend aus Ihrem Freundeskreis zurück?

9. Greifen Sie häufiger als früher zu Alkohol?

10. Nehmen Sie regelmäßig Schlaf- oder Beruhigungsmittel

11. Fällt es Ihnen schwer Zukunftspläne zu schmieden?

12. Ist Ihre Zeit für Partner, Familie, Freizeit begrenzt?

13. Müssen Sie jederzeit erreichbar sein?

14. Fühlen Sie sich innerlich leer?

15. Treten Ängste auf, die Sie früher nicht kannten?

16. Kommt Ihnen alles zunehmend sinnlos vor?

17. Fühlen Sie sich ständig unter Spannung?

18. Haben Sie das Gefühl, Pausen sind für Sie verschwendete Zeit?

19. Fälltes Ihnen schwer Rückhalt bei ihrem Partner bzw. Freunden zu finden?

20. Schalten Sie Ihr Handy bewusst aus, um unerreichbar zu sein?

21. Sind Sie öfter gereizt oder haben unerklärliche Gefühlsausbrüche?

22. Verstärken sich Beschwerden an Ihren körperlichen „Schwachstellen"