Erschöpfung bis zum Burn-out - eine Frage der Prioritäten?

Kennen Sie das? Es ist schon wieder Freitag und Sie fragen sich, wo die Zeit geblieben ist? Am Ende des Tages ist noch so viel Unerledigtes übrig, so dass es schwer fällt, abzuschalten? Gedanklich geht die Arbeit weiter, der innere Antreiber geht schon mal dieAufgaben von morgen durch und kritisiert das, was heute nicht erledigt wurde. Oder gehören Sie zu den Menschen, die sich darüber ärgern, dass sie so vieles geben und so wenig zurück bekommen? Dann wäre da noch der Typ „Die anderen machen es mir nichtgut genug“ zu nennen und natürlich alle, die in Helferberufen tätig sind, wieKrankenpfleger, Mediziner, Dienstleister, ja, klar, auch die Psychologen, besonders die Selbstständigen, die am Wochenende das erledigen, was liegen geblieben ist.

Wer über längere Zeit so lebt, muss mit Erschöpfung, Leistungsabfall, Antriebsschwäche, emotionaler Abgestumpftheit, gereizter Grundstimmung bis hin zu Aggressivität und mit körperlichen Beschwerden (häufig Kopf-, Magen- oder Rückenschmerzen) rechnen. AuchSchlafstörungen, innere Unruhe und die Unfähigkeit, sich zu entspannen sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Betrachten wir die Lebenseinstellung der Betroffenen genauer, so haben sie alle eines gemeinsam: Die eigenen Bedürfnisse stehen am Ende derPrioritätenliste, ja viele kennen sie nicht einmal genau.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Was ist der erste Gedanke morgens, wenn Sie aufstehen? Denken Sie zuerst an das, was heute erledigt werden muss oder ist die erste Frage: Was brauche ich heute, damit es mir gut geht? Bei mir, ich gebe es zu, schleicht sich auch hin und wieder der erste Satz zuerst ins Bewusstsein und es bedarf immer währender Aufmerksamkeit, damit die Lebensfreude doch gut! Oder benutzen Sie gern den Satz: „Das muss doch nicht sein“, wenn es darum geht, sich was Schönes zu gönnen? Nun, vielleicht haben Sie in Ihrer Kindheit das Motto: „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ verinnerlicht.

Stellen Sie sich mal folgendes vor: Eine Firma schafft neue, hochleistungsfähige Maschinen an, um Produkte herzustellen, die verkauft werden. Was passiert, wenn diese Firma die Wartung und Pflege der Maschinen als „Das muss doch nicht sein“ oder „die haben doch schon alles“ einstufen würde, womöglich über Jahre hinweg? Sie könnten ihre Maschinen bald verschrotten und die Firma müsste Konkurs anmelden, denn die Maschinen sind die Voraussetzung dafür, dass was verkauft werden kann. Ja, das ist der Kern von Burn-out: Wer die eigene „Maschine“ also sich selbst nicht hegt und pflegt, muss damit rechnen, irgendwann vor dem eigenen inneren Bankrott zu stehen. Das heißt im Klartext: Denken Sie zuerst darüber nach, was Sie selbst brauchen, damit es Ihnen rundum gut geht, setzen Sie es um und machen Sie es zum Wichtigsten in Ihrem Leben! Nein, ich sage nicht, Sie sollen Ihre Arbeit und die Familie vernachlässigen, ganz im Gegenteil! Sie können aber nur Ihr Bestes geben, wenn Sie vorher dafür gesorgt haben, dass sie gesund und leistungsfähig sind, ausgeruht und bester Laune und das hat nichts mit Egoismus zu tun. Leider ist unser inneres Programm
im Unterbewusstsein in der Kindheit meist nicht mit der ersten Priorität auf das, was gut tut, ausgestattet worden.

Die meisten von uns wurden auf Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse zugunsten der anderen programmiert. Aber die gute Nachricht ist: Das muss nicht so bleiben, wir können das innere Programm ändern. Wie? Stellen Sie sich und Ihre Bedürfnisse an die erste Stelle, finden Sie raus, was Ihnen gut tut und machen Sie jeden Tag etwas davon. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Ihnen das schwer fallen sollte, vielen Menschen geht es so, eine ganze Gesellschaft wurde in den Nachkriegsjahren auf Leistung ausgerichtet. Wenn Sie also auf Hindernisse stoßen, hilft Ihnen ein Coach gerne weiter und denken Sie daran: Auch der längste Weg beginnt mir dem ersten Schritt!

Das I-AM Team und ich wünschen Ihnen ein entspanntes, frohes Osterfest.

Ihre Kathrin Schmitz

 

Über Kathrin Schmitz:
Kathrin Schmitz wurde 1960 in Leipzig geboren und lebt seit 1982 im Rhein-Erft-Kreis.
Als Diplom-Psychologin und Coach betreibt sie eine psychotherapeutische Privatpraxis in Bergheim.

www.praxis-bergheim.de


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