Können Sie sich gut entspannen?

Eigentlich ist es ganz selbstverständlich: Nach der Arbeit freuen wir uns auf den Feierabend, nichts mehr tun zu müssen und mal so richtig zu entspannen. Aber wie macht man das? Was Leckeres essen, Füße hoch und Fernseher an, Freunde treffen, seinem Hobby nachgehen oder mit den Kindern spielen – und dann ist man so richtig entspannt? Wie ist das bei Ihnen? Und woran merken Sie, dass Sie sich gut entspannen?

Unser Organismus braucht Entspannung so nötig wie Nahrung und die Luft zum Atmen. In den Entspannungsphasen sammeln wir neue Kräfte und geben dem Körper Zeit, sich zu regenerieren. Sobald wir entspannen, schaltet unser Körper in einen anderen Modus. Während der Arbeit, in Leistungssituationen und im hektischen Alltag sind wir im Aktivitäts-Modus. Das vegetative Nervensystem sorgt dann dafür, dass Energie aus den Speicherzellen frei gesetzt wird und alle Organe, die für Aktivität zuständig sind, auf Hochtouren laufen und mit Energie versorgt werden, wie z.B. die Muskeln, das Gehirn und das Herz-Kreislaufsystem. Alle Energie einlagernden Organsysteme, also z.B. die Verdauungsorgane, laufen jetzt nur auf Sparflamme, die Energie wird woanders gebraucht. Wir können hoch konzentriert unsere Aufgaben erledigen, das Gehirn und der Körper erbringen Höchstleistungen, z.B. bei der Arbeit, beim Einkaufen usw..

Dieser Modus verbraucht Energie, geht diese zur Neige werden wir müde und die Konzentration lässt nach. Wir wünschen uns eine Pause. Im Entspannungs-Modus kommen Muskeln und das Herz-Kreislauf-System zur Ruhe, sie gehen sozusagen in den Standby-Modus, es wird weniger Energie verbraucht. Jetzt sind all jene Organe tätig, die energieeinlagernd arbeiten, wie der Magen-Darm-Trakt. Wir verdauen Nahrung und das Immunsystem sorgt für den Abtransport von schädlichen Bakterien und Krankheitserregern. Für unsere Gesundheit ist ein ausgeglichenes Verhältnis von Aktivität und regelmäßiger Entspannung notwendig, wenn dies nicht gegeben ist, entstehen körperliche und psychische Probleme.

Menschen, die sich gut und regelmäßig entspannen, erkennen Sie demnach an folgenden Merkmalen:

- Der Körper ist vital, gesund und frei von Rücken- oder Kopfschmerzen

- Bewegungen sind fließend und gelassen

- die Muskulatur ist locker, Schulter und Nacken sind weich

- Die Gedanken kommen zur Ruhe, das „Abschalten“ gelingt gut

- Es entstehen Gefühle des Wohlbefindens und der Gelassenheit

- Entspannte Menschen können gut schlafen und fühlen sich morgens ausgeruht und leistungsfähig

- Sie haben eine gute Konzentrations- und Merkfähigkeit

Viele Menschen beginnen ihre Entspannung auf einem so hohen Anspannungs- oder Stressniveau, dass sie – obwohl sie relativ gesehen entspannter werden – absolut betrachtet noch längst nicht den Zustand wirklicher Entspannungerreicht haben. Obwohl sie regelmäßige Ruhephasen einlegen, finden sie nicht wirklich zu innerer Gelassenheit. Dies kann sehr vielfältige Ursachen haben, die dem Betroffenen leider oft nicht bewusst sind. Dabei spielt die innere Einstellung sowie innere Werthaltungen und Einstellungen eine wichtige Rolle.

Entspannenden Vorstellungen wie einfach mal nichts zu tun, sich in Ruhe zu lassen, Müßiggang zu pflegen, faul zu sein lastet heute eher etwas Negatives an, sie gelten als unerwünschte, nicht erstrebenswerte Eigenschaften. So gelingt es vielen Menschen nicht, sich wirklich tief zu entspannen. Die Folge davon sind Nervosität, innere Unruhe, Schlafprobleme, Mangel an Konzentration, verminderte Leistungsfähigkeit, nachlassendes Gedächtnis sowie alle Arten von psychosomatischen Beschwerden wie Kopf- oder Rückenschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden usw. Damit einher gehen auch psychische Beeinträchtigungen, wie Selbstzweifel, depressive Gefühle oder Ängste. Entspannung kann man lernen, innere Gelassenheit und damit verbundene Vitalität und Gesundheit auch. Dabei gehen wir in zwei Richtungen vor:

1. Schauen wir uns Ihre inneren Überzeugungen und Werthaltungen an, die Sie daran hindern, wirklich tief zu entspannen.

2. Lernen Sie, welche Entspannungsmethoden für Sie persönlich am effektivsten wirken und wie sie durchgeführt werden.

Gleichzeitig mit zunehmender Entspannungsfähigkeit verabschieden sich Schlafprobleme und innere Unruhe, sowie so manches persönliches Problem. Warum mangelnde Entspannungsfähigkeit Ihre Beziehung gefährden kann Stellen Sie sich vor, Sie kommen von der Arbeit, Sie sind müde und ausgelaugt und wünschen sich nur noch eins: Ihre Ruhe. Zu Hause angekommen legen Sie sich gleich hin, aber Ihre Gedanken lassen sich einfach nicht abschalten. Die Probleme von der Arbeit, was noch alles zu Hause zu tun ist, wie es wohl der Oma geht, was Sie tun können, damit die Kinder besser in der Schule werden, warum der Nachbar schon wieder nicht gegrüßt hat usw. rasen durch den Kopf.Vielleicht schlafen Sie sogar kurz ein, aber sobald Sie wieder wach werden, geht der Gedankenstrom weiter, ganz automatisch.

Vielleicht kennen Sie das. Vielen Menschen geht es so, nicht selten begleitet vom schlechten Gewissen, auf der Couch zu liegen, wo doch noch so viel zu tun ist. Sie können sich einfach nicht in Ruhe lassen und verlangen immer noch mehr Leistung von sich selbst. Nun kommt Ihr Partner auf Sie zu mit einer Erwartung an Sie: „Schatz, kannst du mal eben den Rasen mähen?“ Oder. „Du hast noch immer nicht das Garagentor repariert, wann machst du das?“ Jetzt reicht’s, das Maß ist voll und der Partner bekommt das lautstark gesagt: „Kannst du mich nicht einmal in Ruhe lassen, was soll ich denn noch alles machen?“ In Handumdrehen ist man mitten im Streit, von dem keiner der beiden Partner so recht weiß, wie er überhaupt entstehen konnte. Jeder fühlt sich angegriffen und letztlich überfordert. Sehr oft erzählen mir Paare im Coaching, dass es in ihren Konflikten meist um „Peanuts“ also um Kleinigkeiten geht. Aber die wahre Ursache ist eben keine Kleinigkeit, sondern ein innerer Stress, der nicht aufgelöst werden konnte und mit dem Streitgegenstand an sich überhaupt nichts zu tun hat. Wenn die wahre Ursache nicht gefunden und beseitigt wird, häufen sich solche Szenen und es entsteht eine gereizte, negative Grundstimmung in der Partnerschaft, die Misstrauen fördert und Zuneigung schwinden lässt. Wenn Sie solche oder ähnliche Situationen kennen, warten Sie bitte nicht, bis Sie sich nur noch mit Wut und Abneigung begegnen können, sondern holen Sie sich frühzeitig professionelle Hilfe. Ein Paargespräch kann Klarheit bringen und Ihre Liebe blüht wieder auf. Entspannungsfähigkeit brauchen wir in jedem Lebensbereich, sie ist das Gegenteil von Stress und kann gelernt werden.


Ist das Anwenden von Hypnose auch bei Beziehungsproblemen sinnvoll?


Um es gleich vorweg zu nehmen: Hypnose ist letztlich nichts anderes als Entspannung und findet selbstverständlichauch bei Beziehungsproblemen Anwendung. Hypnose ist eine Methode wie jede  andere auch und bei deren Anwendung kommt es darauf an, welche individuellen Problemstellungen vorliegen. In der Hypnose stellen wir einen entspannten Bewusstseinszustand her, der es uns erlaubt, verschüttete Erinnerungen und damit verbundene Überzeugungen wieder ins Bewusstsein zu holen. Wir können mit einer Trance unbewusste Denkstrukturen an die Oberfläche bringen. Im oben genannten Beispiel können wir z.B. der Frage nachgehen, warum der Partner glaubt, alles auf einmal erledigen zu müssen und sich für alles verantwortlich fühlt. Oder wir hinterfragen, was es ihm so schwer macht, „Nein“ zu sagen, die Arbeiten zu delegieren usw. Die Hypnose erleichtert uns den Zugriff auf die Antworten. Der Klient wird in einen entspannten Zustand versetzt, der ihm den Blick nach innen öffnet. Er ist die ganze Zeit über Herr seiner Gedanken und erinnert sich in der Regel an jedes Detail aus der Sitzung. Gleichzeitig erlebt er mit der Hypnose das Herbeiführen eines entspannten Zustandes. Die meisten Klienten sind bereits nach einmaliger Hypnose in der Lage, sich selbst in einen entspannten Zustand zu versetzen. Wer autogenes Training kennt, weiß wovon hier die Rede ist.

Bei Beziehungsproblemen machen wir zunächst ein gemeinsames Erstgespräch, um die Problematik und die Ziele des Coachings zu klären. Manchmal ist es sinnvoll,mit jedem der beiden Partner Einzelgespräche zu führen und erst dann werden wir gemeinsam entscheiden, ob in diesen Gesprächen Hypnose sinnvoll ist oder nicht. Wie gesagt, Hypnose ist nur eine von sehr vielen wirksamen Methoden zur Erhöhung der Lebensqualität und Problemlösung.

 

Ihre Kathrin Schmitz

 

Über Kathrin Schmitz:
Kathrin Schmitz wurde 1960 in Leipzig geboren und lebt seit 1982 im Rhein-Erft-Kreis.
Als Diplom-Psychologin und Coach betreibt sie eine psychotherapeutische Privatpraxis in Bergheim.

www.praxis-bergheim.de