Neurofeedback

Das Neurofeedback ist eine Spezialrichtung des Biofeedbacks. Beim Neurofeedback werden Gehirnströme gemessen und von einem Computer in Echtzeit analysiert, nach ihren Frequenzanteilen zerlegt und auf einem Computerbildschirm dargestellt. Die auf diese Weise ermittelten Frequenzverhältnisse, die vom Aufmerksamkeits- bzw. Bewusstseinszustand (z. B. wach, schlafend, aufmerksam, entspannt, gestresst) abhängig ist, können zu diagnostischen oder Trainingszwecken genutzt werden. Dem Probanden ist es dabei möglich, durch Rückmeldung des eigenen Hirnstrommusters eine bessere Selbstregulation zu erreichen. Im Prinzip handelt es sich dabei um einen Lernprozess, bei dem operantes Konditionieren eine große Rolle spielt. Eine positives akustische und/oder optische Rückmeldung, wie Musik, Geräusch, Videoclip, Computeranimation, wird vom Computer gesteuert bereitgestellt und jeweils dann ausgegeben, wenn die aktuell gemessenen Gehirnwellen eine als günstig bekannte Zusammensetzung aufweisen. Auf diese Weise wird das Gehirn "belohnt" wenn es in vorteilhafteren Frequenzbereichen operiert. siehe Wikipedia

Neurofeedback ist anerkannte Wissenschaft

Neurofeedback ist eine wissenschaftlich anerkannte Methode zur Selbstkontrolle der Gehirnströme. So wie man durch Biofeedback lernen kann, bestimmte körperliche Funktionen bewusst zu beeinflussen, so kann das Gehirn lernen, seine eigenen Potentiale so zu verändern, dass es in immer optimalere "Betriebszustände" gelangt. Neurofeedback ist somit ein Biofeedback, welches direkt auf das Gehirn angewendet wird. Die Messung der Gehirnwellen wird dabei durch ein hochempfindliches EEG (Elektro-Enzephalograph) vorgenommen. Das EEG wird über Elektroden schmerzfrei mit der Kopfhaut verbunden. Die Elektroden leiten die, durch dei neuronale Tätigkeit des Gehirns ausgelösten elektrischen Potentiale ab. Diese Potentiale aus dem Mikrovolt-Bereich (Millionstel Volt) werden im EEG Gerät verstärkt und dann in Echtzeit mit einem Computer verarbeitet, der dann die entsprechenden Stimulations-Feedback-Signale rückgemeldet. Diese Rückmeldung geschieht in der Regel so, dass sie von den Sinnesorganen erfasst werden kann und so dem Gehirn die Möglichkeit gibt einen direkten Bezug zwischen seiner Tätigkeit (Aktion) und der wahrgenommenen Rückmeldung (Reaktion) zu erkennen. Wie im Bio-Feedback entsteht eine Reiz-Reaktions-Schleife, die ganz allgemein zu Trainingszwecken verwendet werden kann. Die meisten Neuro-Feedback-Trainings beschränken sich darauf, die Rückmeldungen so zu gestalten, dass sie funktionieren, wenn das Gehirn die gewünschten Aktionen produziert (die entsprechenden Gehirnwellen erzeugt). Das jedoch degradiert das Neurofeedback zu einer verhaltenstherapeutischen Konditionierung des Gehirns.

Dem Gehirn einen Spiegel geben

Wenn wir jedoch Neurofeedback als eine der ersten entdeckten Möglichkeiten ansehen, dem Gehirn eine Rückmeldung über seinen Betriebsmodus = Bewusstseinszustand zu geben, eröffnet sich eine völlig neue Anwendung dieser Methode. So wissen wir bereits, dass es ganz typische Gehirnfrequenzspektren gibt, die einen Rückschluss darüber zulassen, in welchem "Betriebsmodus" sich das Gehirn gerade befindet. So wurden bei Meditationsmeistern auf der ganzen Welt die gleichen Frequenzspektren gefunden, wenn diese Menschen in ihrem Meditionszustand waren. Dabei wurden auch keine kulturellen Unterschiede gemessen. Ähnliche Spektren wurden bei Künstlern und Hochleistungssportlern gefunden, oder allgemein bei Menschen mit einem hohen mentalen Leistungsprofil. Je nach Art der Leistung, ob kreativ, abstrakt, logisch oder emotional lassen sich bestimmte "Färbungen" des optimalen Musters messen, die in das Schema der Gehirnwellenkategorien passen. Zusammen mit den bio-psychologischen Erkenntnissen über die Funktionsweise der verschiedenen Gehirnbereiche können so komplexe Reiz-Reaktions-Schleifen aufgebaut werden, die weit über das übliche Neurofeedback hinausgehen.

Neurofeedback ist sicher nicht das Allheilmittel per se, aber es gibt bereits eine ganze Reihe wissenschaftlich kontrollierter Studien, die zeigen, dass Neurofeedback bei körperlichen und psychischen Beschwerden wie Migräne, Schlafstörungen, Epilepsie, Aufmerksamkeitsstörungen, Stress, Schädel-Hirn-Trauma und Schlaganfall sehr hilfreich ist. Es stehen zwar noch für viele Störungen die wissenschaftlichen Beweise aus, aber seit Beginn der Neurofeedback-Forschung häufen sich die positive Berichte über die erfolgreiche Anwendung von Neurofeedback bei Schmerzen, autistischen Verhaltensweisen, Depressionen, Suchtkrankheiten, Angststörungen usw. Eine Bestätigung dieser Berichte durch Studien ist nur noch eine Frage der Zeit.

Neurofeedback in der I-AM Methode

In der I-AM Methode bildet das Neurofeedback eine Dimension, mit der dem lernenden Gehirn (Bewusstsein) gemeldet wird ob und wie tief es in einem bestimmten Bewusstseinszustand anwesend ist. Andere abgestimmte Dimensionen, wie Sprache, Musik und psycho-aktive Audiosignale, wie binaurale Beats oder visuelle Signale, wie stroboskopische Lichtblitze, sorgen für die Inhalte, die in diesen anderen Bewusstseinszuständen verarbeitet werden. Auf diese Art und Weise lassen sich die Frequenzspektren erzeugen, die sonst nur bei Menschen mit langjähriger Meditationserfahrung oder intensiver künstlerischer Arbeit auftreten.

Es ist sicherlich ein großer Fortschritt, mit dem Neurofeedback ein Werkzeug zu haben, mit dem bestimmte Defizite bei bestimmten Störungen behoben werden können, aber es ist viel wertvoller im Neurofeedback eine Methode zu haben, mit der Bewusstseinserweiterungen gezielt hervorgerufen und gefestigt werden können. Da auch das nicht ohne konsequentes Üben gemacht werden kann, dient hier der Computer als Hilfsmittel, um in dem sich schnell und dauernd verändernden Fluss der Gehirnaktivität jene Frequenzspektren zu entdecken, die bekanntermaßen mit der Erweiterung des Bewusstseins einhergehen. Und es ist einleuchtend, dass die Bewusstseinserweiterung umso stabiler ist, je häufiger solche Frequenzspektren gemessen werden.

Das "magische" Spektrum

Die Zusammensetzung des magischen Spektrums, oder "awakened mind" ist kein Geheimnis. Seit den 1960er Jahren forschte die amerikanische Psychologin Anna Wise zu diesem Thema. Das von ihr endeckte Gehirnwellenspektrum setzt sich aus 40% alpha-Wellen und jeweils 30% theta- und beta-Wellen zusammen. In der I-AM Methode werden aber noch einige andere Frequenzen als Inhibitoren berücksichtigt, die aufgrund der Beschränkungen von älterer EEG-Technologie nicht oder nur ungenügend berücksichtigt werden konnten. Hierzu zählen im Besonderen die höheren Beta-Frequenzen und die sehr kurzfristig auftretenden Gamma-Frequenzspitzen.

Ein Satori ist noch keine Erleuchtung
und ein Satori ist das, was sich Menschen erzählen.
Das was sich Menschen nicht erzählen, ist Zazen. Kodo Sawaki